Gute Neuigkeiten für alle Bikepacker und Randonneure: Es gibt einen neuen Satellitenkommunikator, der den bisherigen Marktführern wie dem SPOT oder dem sehr beliebten Garmin InReach Konkurrenz machen könnte. Wir haben den kleinen Wunderkasten einen Test unterzogen.

Fotos: Max Marquardt

Die aus Australien und Kanada stammende Outdoor-Marke ZOLEO expandiert nun auch auf den europäischen Markt. Mit dem „Zoleo Communicator“ hat das Unternehmen jetzt ein globales Satellitenkommunikationsgerät auf den Markt gebracht, das gleich mit mehreren spannenden Features auf sich aufmerksam macht.

Was man vorab wissen sollte: Wer sich bisher noch nicht mit Satellitenkommunikation auseinandergesetzt hat, dem sei gesagt, dass das ganze Thema komplexer ist, als man es sich vorstellen mag. Fakt ist: Die gesamte Satellitenkommunikations-Nummer an sich, so fair wollen wir jetzt sein, ist ziemlich nervig und schwerfällig. Das ist völlig unabhängig von der Hardware, dem Dienst oder dem Anbieter. Die Satellitennutzung des ZOLEO funktioniert genauso gut oder sogar besser als die meisten anderen, wird aber niemals die Leichtigkeit des SMS- / WhatsApp-Schreibens mit einem Mobilfunksignal oder WLAN erreichen. Es geht darum, dass man in einer misslichen Situation schlichtweg überlebt, in dem man durch das Gerät Hilfe anfordert oder eine kurze Statusmeldung wie „Bin okay!“ verschickt. Ein Satelliten-Kommunikationsgerät ist kein Handy. Diese Dinger haben den alleinigen Zweck, euch in einem Stück und heil aus der Misere zu holen. Mehr nicht!

Hardware

Das Gerät ist ein bisschen größer als das „Spot Gen 4“, weist jedoch eine ähnliche minimalistische Verarbeitung auf. Mit 150 Gramm Gesamtgewicht ist es allerdings leider auch etwas schwerer als zum Beispiel das Garmin InReach Mini, welches mit 100 Gramm zu Buche schlägt. Die Verarbeitung des robusten, stoß- und wasserfesten Gehäuses nach IP68 Militärstandard (IP68, MIL-STD 810G) ist schön clean und liegt gut in der Hand. Das Herzstück des Geräts ist ein wiederaufladbarer interner Lithium-Ionen Akku mit einer Laufzeit von über 200 Stunden. Im Test hatten wir das Gerät fünf Tage bei voller GPS-Auslastung in Betrieb und hatten am Ende noch 17 Prozent Akku-Laufzeit. Das ist ein amtlicher Wert. Die ideale Betriebstemperatur liegt bei -20 Grad bis 55 Grad Celsius. Alles darüber oder darunter sind nicht so der Knüller für den Akku.

Der Zoleo Communicator operiert sowohl mit GPS als auch mit GLONASS. Der prominente SOS-Knopf befindet sich auf der linken Gehäuseseite und ist mit einer kleinen Plastikklappe vor versehentlichem Auslösen geschützt. Man kann den Knopf aber auch über über die Zoleo-App aktivieren. Die Bluetooth-Verbindung zwischen Zoleo-Gerät und App ist besonders zu erwähnen. Beim Testen haben wir versucht, die Verbindung im freien Gelände zu „verlieren“, was uns aber nicht gelang. Das ist wirklich eine gute, vor allem überraschende Sache. Bei vergleichbaren Geräten auf dem Markt kann es sein, dass die Verbindung und/oder die App-Anmeldung verloren geht und man dann wieder mühsam versuchen muss, diese wiederherstellen. Auch die Konnektivität und Kommunikation mit den Satelliten funktionierte einwandfrei. Um das Gerät zu laden, benötigt man lediglich ein Micro-USB-Kabel (ja, Micro, nicht USB-C) und eine Steckdose. Der Eingang für das Ladekabel befindet sich an der unteren seitlichen Gehäuseseite und ist ebenfalls durch eine Plastikklappe geschützt.

Software

Beim Einreichen und Aktivieren des Geräts hatten wir leider ein paar Probleme, die aber möglicherweise selbst verschuldet sind. Wir hatten versucht, sowohl die App als auch das Kommunikationsgerät draußen im Freien einzurichten. Wir scheiterten, trotz guter Netzabdeckung daran und erhielten von der App permanent eine Fehlermeldung. Geräte sollte man deshalb immer zuerst daheim bei WLAN einrichten und dann damit raus zum Bikepacken fahren. Klingt nach einem ziemlichen No-Brainer – war es auch. Seht es uns bitte nach, der Autor dieser Zeilen ist nun eine Erfahrung reicher.

Zum Aktiveren des benötigt man die Zoleo App auf dem Handy, sowie Zugang zur Webseite von Zoleo, wo man seine Kreditkartendaten hinterlegen muss. Verfügt man über keine Kreditkarte, kann man das Gerät auch nicht aktivieren. Ein Umstand, den wir nicht so dufte finden. Nicht jeder hat eine Kreditkarte, trotz hoher Liquidität. Ein Problem, dass es auch bei den anderen Anbietern gibt. Warum kann man nicht auch noch andere Zahlungsmodalitäten anbieten? Hat man den, teilweise etwas seltsamen Aktivierungsprozess hinter sich gebracht (man muss zum Beispiel zwei Mal in einem Formular die Bankdaten eingeben; manche Buttons sind grundlos größer als andere, aber nicht unbedingt zielführender et cetera), steht dem Nutzer das volle Portfolio an Möglichkeiten von Zoleo zur Verfügung. Und das kann sich durchaus sehen lassen:

Neben der bereits erwähnten SOS-Alarmtaste mit 24/7-Überwachung, einer dedizierten SMS-Nummer und E-Mail-Adresse (z.B. Max@zoleo.com) verfügt die kostenlose App über ein Zwei-Wege-Messaging, Check-In Funktionen (damit andere wissen, dass es einem gut geht), einer detaillierten Wettervorhersage, Standortfreigaben, Live-Standort und einer weltweisen Iridium Connected Messaging-Abdeckung.

Das Iridium-Netzwerk deckt die gesamte Erde ab, unterliegt jedoch allen allgegenwärtigen Launen der Satellitenkommunikation. Heißt also: Für jede Satellitenkommunikation ist eine ungehinderte „Sichtverbindung“ zwischen dem Gerät und dem Satelliten erforderlich, mit dem es kommuniziert. Also Bäume, Gebäude und steiles Gelände können das Signal erheblich stören. Iridiums „Low Earth Orbit“-Satelliten erzeugen ein Signal, das mit der Zeit kommt und geht. Dies kann in gewissen Lagen von Vorteil sein, da man selbst in verbindungsschwachem Gelände die Chance auf ein wiederkehrendes Satellitensignal hat. In Bezug auf diese Konnektivität spielt das Zoleo-Gerät definitiv in der obersten Liga mit.

Fazit

Der Zoleo Satellitenkommunikator bietet eine zuverlässige und effektive Möglichkeit, in entlegenen Gebieten oder in Situationen ohne herkömmliche Mobilfunkabdeckung mit der Außenwelt in Verbindung zu bleiben. Mit seiner robusten Konstruktion und einfachen Bedienung eignet sich das Gerät ideal für Outdoor-Enthusiasten, Bikepacker oder Randonneure, die während ihrer Trips auf eine zuverlässige Kommunikation angewiesen sind.

Durch die Kombination von satellitengestützten Nachrichtenübermittlungen und einer sehr benutzerfreundlichen, intuitiv zu bedienenden App, ermöglicht der Zoleo Satellitenkommunikator das Senden und Empfangen von Textnachrichten, Standortdaten und Check-ins, selbst in Gebieten mit begrenzter oder fehlender Mobilfunkabdeckung. Die nahtlose Integration mit dem Smartphone und die Möglichkeit, Nachrichten an E-Mail-Adressen zu senden, rundeten unser allumfassend positives Test-Erlebnis ab. Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal des Zoleo Kommunikators ist die automatische Synchronisierungsfunktion, die sicherstellt, dass gesendete Nachrichten den Empfänger erreichen, sobald eine Verbindung verfügbar ist. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, wichtige Informationen rechtzeitig zu übermitteln, und trägt zur Sicherheit und Kommunikation in Notfällen bei. Man kann sich also immer sicher sein, das der Empfänger die Nachricht auch erhält, ohne permanent den Versandt nachprüfen zu müssen. Insgesamt bietet der Zoleo Satellitenkommunikator eine solide Leistung, wenn es darum geht, eine zuverlässige Kommunikationsverbindung in entlegenen oder herausfordernden Umgebungen aufrechtzuerhalten.